Karneval TSG Sulzbach e.V. 1888

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Sulzbach Helau!

Weit war der Weg vom Gasthaus „Zum Taunus“ in die Eichwaldhalle

Das Jahr 1930 gilt in der TSG als das Geburtsjahr der Karneval-Abteilung. Denn in diesem Jahr wurde auf Vorstandsbeschluss aus dem schon viele Jahre zuvor bestehenden „Elferrat“ des alten Turnvereins eine „Karneval-Abteilung“ gegründet. Im Februar 1930 entschloss man sich zum ersten Male eine – so heißt es in den Überlieferungen – „vollständige und öffentliche Fassenachtssitzung“ im großen Saal des Gasthauses „Zum Taunus“ zu veranstalten. Bei der damaligen allgemein schlechten Wirtschaftslage und angesichts der hohen Arbeitslosigkeit ein erhebliches Risiko!

Ausschließlich mit eigenen Kräften wurde ein attraktives Programm dargeboten, hervorragend geleitet vom damaligen ersten Sitzungspräsidenten Georg Pennstetter, der aus München stammte und als Bayer in Sulzbach die Fassenachtsitzung einführte. Er entwarf und malte auch die Saaldekoration. Es folgte eine ununterbrochene Reihe närrischer Sitzungen in jeder folgenden Saison bis zum Ausbruch des Krieges 1939. Bald gab es in der Karneval-Abteilung eine eigene Prinzengarde und eine Gesangsgruppe.

Nach dem Krieg war der Neubeginn außerordentlich schwierig. Viele der Aktiven hatten im Krieg ihr Leben verloren, andere waren noch in Gefangenschaft. Trotzdem konnte schon an Fassenacht 1948 eine erste große Galasitzung im Saal des „Frankfurter Hofes“ durchgeführt werden. Jeder Gast musste Brennmaterial mitbringen und alkoholische Getränke gab es nur gegen „Korkengeld“. Und im Ausschank war „Dünnbier“. Trotzdem ließen sich die närrischen Streiter und ihre Gäste von den schlechten Bedingungen nicht unterkriegen und feierten fröhlich und ausgelassen.

In den folgenden Jahren stieg das Interesse an den stets gut gelungenen Veranstaltungen der Karneval-Abteilung rapide an. Bald zeigte sich, dass der nur 320 Besucher fassende Saal des Gasthauses „Zum Taunus“ nicht mehr ausreichte, um die Narren aufzunehmen. Deshalb wurde eine zweite Veranstaltung durchgeführt.

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Foto: Die Prinzengarde 1952

1961 machte dann erstmals eine kleine Gruppe von sieben Aktiven durch besonders närrische Ideen, köstlichen Liedertexten und gleichzeitig turnerisch gelungenen persiflierenden Übungen auf sich aufmerksam. Sie gewannen schnell die Herzen des Publikums und feierten in diesem Jahr ihr 50. Bühnenjubiläums: die Hanelbachlerchen.

Als dann 1970 die Eichwaldhallen zur Verfügung standen, waren für die Arbeit der Abteilung die besten Voraussetzungen geschaffen. Schnell fanden sich noch mehr Mitglieder und Aktive. Bis auf den heutigen Tag bilden rund 140 Aktive die närrische Familie der TSG. 25 Jahre lang wirkte Willi Konrad als Sitzungspräsident, bis er 1978 von Walter Mirwald abgelöst wurde. Auch der langjährige TSG-Vorsitzende und Protokoller Willi Geiß II prägte die Sulzbacher Fassenacht mit Ideen, Vortragskunst und Organisationstalent. In seine Fußstapfen ist seine Tochter Inge Rohs getreten – als TSG-Chef und als närrische Protokollerin.

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Foto: Das Männerballett 1985

Die Kappensitzung in der Eichwaldhalle ist das große gesellschaftliche Ereignis in der Gemeinde. Mehr als 600 Gäste kommen jährlich zu diesem Programm, das nach wie vor ausschließlich mit eigenen Kräften beschritten wird. Der Tanz-Nachwuchs wird geschult – von den Purzeln über die Rasselbande bis zum TSG-Ballett. Das Männerballett sorgt seit Jahrzehnten für närrische Gaudi, und Generationen von Rednern und Sängern haben sich dem Publikum präsentiert.