50. Bühnenjubiläum Hanelbachlerchen
„Helau – so grüßt seit vielen Jahren die TSG“
Die „Gonsbachlerchen“ aus der Mainzer Fernsehfassenacht waren das Vorbild, als 1962 zum ersten Mal die „Hanelbachlerchen“ der TSG bei der Kappensitzung auftraten. Am Samstag, 19. Februar 2011, feierten sie ihr 50jähriges Bühnenjubiläum. Und jedes Mal dabei war Erich Grötsch.
Klar, dass die Kappensitzung der TSG in diesem Jahr von diesem besonderen Jubiläum geprägt war. Die aktuellen „Hanelbachlerchen“ wurden beim Opening verstärkt von „Alt-Lerchen“ aus früheren Generationen, die sich stimmgewaltig präsentieren werden. Beim Programm 2011 handelte es sich dann um eine Zeitreise durch die Themen der vergangenen Jahrzehnte. Dabei erklärte Gründer Erich Grötsch auch, warum die Gruppe den Namen „Hanelbachlerchen“ trägt: „Weil der Sulzbach, der von Bad Soden kommend durch den Ort fließt, „Hanelbach“ genannt wird und weil die Gruppe so schön singt wie die Lerchen zwitschern.“
Wie alles begann mit dieser Gesangs- und Klamaukgruppe der TSG ist in dem Buch „Ein Lied für Sulzbach“ nachzulesen, das vor einem Vierteljahrhundert mit den ersten 25 Programmen der Lerchen herausgegeben wurde. Da drin steht, was der spätere legendäre Vorsitzende der TSG, Willi Geiß II., genannt „Pikus“, zu dem gerade mal 21 Jahre alten Erich Grötsch vor dem Start gesagt: „Es wäre doch gelacht, wenn es uns nicht gelänge, einen runden Abschluss unserer Kappensitzung auf die Beine zu stellen.“ Und er sprach Erich Grötsch auf die sieben Freunde an, die damals gemeinsam durch dick und dünn gingen: „Wenn irgendwo e Geig kratzt, seid ihr sibbe doch zusamme. Ob beim Handball, in de Wertschaft oder sonst irgendwo. Wenn ihr do seid, iss immer was los. Und zwaa Musiker habt ihr ach mit debei. Es kann mer doch kaaner vezähle, dass ihr net so e Abschlussprogramm uff de Baa stelle könnt. Auf, Erich, schwätz emol mit dene Kerle.“
Der Erich schwätze mit dene Kerle, und 1962 traten die späteren „Hanelbachlerchen“ als „Die Glorreichen Sieben“ erstmals auf mit den Musikern Dieter Buderus und Rolf Brandt sowie mit Rolf Christian, Martin Gampe, Paul Göpfert, Erich Grötsch und Peter Hinz.
Neben Erich Grötsch waren der langjährige Akkordeonspieler Dieter Buderus, der Mann am Bass und begnadete Sänger, Rolf Brandt, sowie Rolf Christian, dessen Backstube der erste Proberaum war, am Samstag, 19. Februar, bei den „Jubiläumslerchen“ dabei. Wie Dieter Buderus hat sich auch dessen Schwester Doris Anders bei der musikalischen Leitung ausgezeichnet. Seit 1983 ist Elfriede „Bobby“ Möller als Begleiterin am Klavier die gute Seele der Truppe. Für Ideen, Texte und Regie sorgt seit vielen Jahren Walter Mirwald.
Die „Hanelbachlerchen“ boten von Anfang an Gags und flotte Lieder, entwickelten Vision und hielten auch stets den Politikern den Narrenspiegel vor. So zwitscherte bei den Lerchen 1966 Solist Erich Gund, als die Limesspange gebaut worden war: „Wer hat dich du schöner Wald, aufgebaut so hoch da droben, Sulzbachs Bürger, die dich lieben, doch wir sind hier und du bist drüben.“
Die Gruppe präsentierte sich auch nach Eröffnung des gleichnamigen Hotels als „Kellnertruppe vom Holiday Inn“, prangerte 1974 bei ihrem Programm „Sanierungsbüro Abriss & Co“ die Sanierungswut der Kommunalpolitiker an, als der alte Ortsmittelpunkt Dalles platt gemacht wurde, und sammelte 1975 Lorbeeren beim Programm „Sulzbach bleibt frei“, in dem der erfolgreiche Kampf um die Selbständigkeit Sulzbachs närrisch nachgespielt wurde.
„Für die Kommunalpolitiker war es wichtig, was bei der Fassenacht gesagt und gesungen wurde“, erinnert sich Erich Grötsch, der stets eine tragende Rolle in der Gruppe spielte.
Auch bei vielen Feiern und Festen außerhalb der Kampagne, zum Beispiel bei den Jubiläumsfeiern der Gemeinde 1985 und 2010 mischten die „Hanelbachlerchen“ munter mit. Die Weichen für die Zukunft sind gestellt, denn neben dem 70 Jahre alten Senior Erich Grötsch „zwitschern“ inzwischen viele junge Leute. „Helau, so grüßt seit vielen Jahren die TSG“ lauten die ersten Zeilen des „Triumphmarsch“ aus Aida, den die Lerchen zur Erkennungsmelodie erkoren haben. Am Samstag, 4. Februar 2012, wird bei der nächsten Kappensitzung dieses Lied wieder erklingen.
